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Atlantische Hurrikansaison 2021 – eine Bilanz

by MeteoNews AG

Die atlantische Hurrikansaison 2021 neigt sich ihrem Ende entgegen. Ähnlich wie jene im Vorjahr war sie überdurchschnittlich und mit 21 benannten Stürmen die drittaktivste seit Aufzeichnungsbeginn.

Klaus Marquardt

Die Hurrikansaison im Atlantik dauert offiziell immer vom 1. Juni bis zum 30. November, wobei inzwischen der Beobachtungszeitraum durch die tendenziell immer frühere Entstehung der ersten Stürme auf Mitte Mai vorgezogen wurde. So entwickelte sich in diesem Jahr Tropensturm Ana bereits am 22. Mai. Damit ist 2021 das siebte Jahr in Folge, in dem sich der erste Sturm bereits vor dem offiziellen Start der Saison bildete.

Die Sturmaktivität im Atlantik war in diesem Jahr grossen Schwankungen unterworfen. Im Juni entwickelten sich mit Bill, Claudette und Danny drei Tropenstürme – damit gehört dieser Monat zu den aktivsten Junis seit Aufzeichnungsbeginn (zusammen mit vier anderen Jahren). Wesentlich ruhiger gestaltete sich dann der Juli, mit Kategorie 1 Hurrikan Elsa bildete sich nur ein einziger Sturm.

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Im August nahm die Aktivität wieder deutlich zu, es entwickelten sich fünf benannte Sturmsysteme – darunter zwei Hurrikans. Der erste erhielt den Namen Grace und erreichte die Kategorie 3, unmittelbar danach traf er in Mexiko auf Land. Für wesentlich mehr Schlagzeilen sorgte dann Hurrikan Ida. Er verlagerte sich über Kuba hinweg in den Golf von Mexiko. Über dem sehr warmen Wasser intensivierte er sich sich explosionsartig und wurde zu einem Sturm der Kategorie 4 mit 1-minütigen Mittelwinden von bis zu 240 km/h!

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Hurrikan Ida über dem Golf von Mexiko, Quelle: NOAA

Am 29. August traf er in Louisiana auf Land, nach Hurrikan Katrina 2005 gehörte Ida zu den stärksten Stürmen in diesem Bundesstaat. Neben dem Wind brachte Ida auch enorme Regenmengen, regional fielen über 500 Liter pro Quadratmeter. Ida schwächte sich im Landesinneren zwar ab, verlagerte sich aber nur langsam. In weiterer Folge gab es auch entlang der Ostküste bis hinauf nach Kanada grosse Regenmengen, Überschwemmungen sowie eingelagerte Tornados. Insgesamt verursachte Ida geschätzte Schäden in der Höhe von 60 bis 70 Milliarden Dollar und forderte über 70 Todesopfer.

Der vierte Hurrikan der Saison erhielt den Namen Larry. Er blieb lange Zeit auf dem offenen Atlantik und erreichte die Kategorie 3. Auf seiner Zugbahn tangierte er Bermuda, zudem sorgte er entlang der US-Ostküste für hohe Wellen und Rippströmungen. Mehr Infos dazu gibt es hier https://met.to/pnh.

Den Höhepunkt der Saison bildete der September, allein in diesem Monat bildeten sich 8 Stürme mit Namen. Darunter auch der 5. Hurrikan der Saison, Sam. Sam war der stärkste Sturm der Saison mit 1-minütigen Mittelwinden von 250 km/h, das ist im obersten Bereich der Kategorie 4. Auch er war sehr langlebig, blieb aber durchwegs auf offenem Wasser. Anfang Oktober tauchte er schliesslich als Orkantief zwischen Grönland und Island auch auf unseren Wetterkarten auf.

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Hurrikan Sam über dem Atlantik, Quelle: NOAA'

Nach Hurrikan Sam und Tropensturm Victor kam die Aktivität dann aber komplett zum Erliegen, es bildeten sich keine neuen Stürme. Erst am 31. Oktober entwickelte sich mit Tropensturm Wanda das wahrscheinlich letzte System dieser ungewöhnlichen Saison. Sie ist die zweite in Folge sowie erst die dritte insgesamt, in der die gesamte 21 Namen umfassende Liste ausgeschöpft wurde. Im letzten Jahr musste sogar auf die Ersatzliste zurückgegriffen werden. In den USA war sie zudem die viertteuerste Sturmsaison.

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