Wetter Juni 2021: Deutlich zu warm, unterschiedlich nass! (30. Juni 2021)

Wetter Juni 2021: Deutlich zu warm, unterschiedlich nass!

12.20 Roger Perret

Der vergangene Juni war verbreitet zwischen etwa 2 und 3,5 Grad zu warm. Die vielen Gewitter bewirkten, dass die Regensumme sehr unterschiedlich ausfiel, lokal konnte der niederschlagsreichste je gemessene Juni verzeichnet werden, an anderen Orten gab es weniger als halb so viel Regen wie normal.

Das Wetter im Juni 2021

Wie MeteoNews in einer Mitteilung schreibt, war der vergangene Juni verbreitet zu warm und unterschiedlich nass. Nachfolgend sollen die Wetterelemente Temperatur und Niederschlag des Juni 2021 näher beleuchtet werden.

Temperatur: Deutlich zu warm, Überschuss von 2 bis 3,5 Grad!
Der vergangene Juni weist einen Temperaturüberschuss zwischen etwa 2 und 3,5 Grad auf. Damit steht der Juni 2021 bei den meisten Messtationen zwischen der dritten und fünften Stelle der wärmsten je gemessenen Juni. Nur der legendäre Juni des Hitzesommers 2003 war verbreitet deutlich wärmer, vielerorts zudem auch der Juni 2002 und 2019 leicht.
Beim Temperaturverlauf des vergangenen Monats fällt auf, dass es nur relativ wenige und keine extremen Hitzetage gab. So konnten im Mittelland vielerorts vier Hitzetage während der wärmsten Phase zwischen dem 16. und dem 19. Juni verzeichnet werden. Die höchste Temperatur konnte am 13. Juni in Magadino/Cadenazzo mit 34,3 Grad gemessen werden, im Norden liegt Bad Ragaz mit 33,6 Grad am 18. Juni an der Spitze.

Niederschlag: Infolge vieler Gewitter sehr grosse Unterschiede von viel zu trocken bis rekordnass
Bei der Niederschlagssumme sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Messstationen sehr gross (siehe nachstehende Regensummenkarte bis heute Morgen mit den Stationen mit den höchsten Regenmengen).

Bezeichnung

Man erkennt, dass die Karte sehr unterschiedlich eingefärbt ist, wobei es im Wallis, im Südtessin sowie in Nord- und Mittelbünden und im Engadin am wenigsten Niederschlag gab. In Scuol im Unterengadin fiel beispielsweise bisher erst 23,5 mm Regen pro Quadratmeter, normal wären hier rund 79 mm. Auch an weiteren Stationen im Bündnerland und im Südtessin konnte teilweise weniger als die Hälfte des normalen Juniniederschlags verzeichnet werden. Auf der anderen Seite sorgten die vor allem im ersten und letzten Junidrittel sehr häufigen Gewitter teilweise für einen markanten Niederschlagsüberschuss. An einigen Messstandorten fiel mehr als das Doppelte der durchschnittlichen Juniregensumme. Vereinzelt konnten sogar neue Junirekorde registriert werden, wie beispielsweise in Buchs-Aarau, wo es bis jetzt rund 267 mm Regen gab (bisheriger Rekord 1986 mit 217 Litern, Messreihe bis 1959 zurückreichend). Noch eindrücklicher ist der Rekord von Thun/Thierachern mit einer Messreihe, die bis 1875 zurückreicht. Hier fiel bisher im Juni rund 279 mm Regen, was markant mehr ist, als der bisherige Rekord aus dem Jahr 2001 mit rund 241 mm. Die bei den Messstationen grösste Niederschlagssumme weist bisher im Juni die Station Napf mit 352 mm Niederschlag auf. Hier liegen wir sehr nahe beim bisherigen Rekord von 1990 mit 355 mm.
Eindrücklich ist auch die Karte mit den gemessenen höchsten stündlichen Niederschlagssummen (siehe nachfolgend).

Bezeichnung
Die Karte zeigt, dass es örtlich 40 mm und mehr Niederschlag in einer Stunde gab, Spitzenreiter ist dabei Wädenswil mit 61 Litern. Solche Regenintensitäten kommen nur selten vor, sodass es kein Wunder ist, dass daraus auch grössere Überflutungen resultierten.
Neben viel Regen brachten die Gewitter teilweise auch Hagel, der örtlich auch einige Zentimeter gross war. Eine eindrückliche Hagelschneise konnte am 20. Juni mit von Südwesten nach Nordosten ziehenden Gewittern vom Genfersee bis zum Bodensee verzeichnet werden, aber auch an weiteren Tagen gab es Hagel.
Die Gewitter waren lokal zudem begleitet von kräftigen Windböen von örtlich über 100 km/h (z.B. Grenchen am 20. Juni 118 km/h oder Wädenswil am 21. Juni 113 km/h).
Schliesslich war auch die Blitzsumme eindrücklich, so konnten bisher knapp 244'000 Blitze registriert werden (vgl. nachfolgende Tabelle mit Blitzsummen für die einzelnen Kantone, wobei Zürich und Bern an der Spitze liegen). Zum Vergleich: Im letzten Jahr gab es im Juni lediglich knapp 37'000 Blitze!

Bezeichnung
Morgen Donnerstag folgt dann die definitive Monatsbilanz mit Zahlen zu ausgewählten Messstationen.

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