Ein erster Wintergruss aus der Wetterküche (16. November 2018)

Ein erster Wintergruss aus der Wetterküche

9.36 Klaus Marquardt

Im Flachland ist der November mit hartnäckigem Nebel und merklich kühleren Temperaturen nun inzwischen definitiv angekommen, auf den Bergen ist heute dagegen noch sehr mild. Bis morgen gehen dann aber auch hier die Temperaturen in einem ersten Schritt deutlich zurück. Zu Beginn der nächsten Woche erreicht uns von Nordosten her ein Schwall markant kälterer Luft – ein erster kleiner Vorgeschmack auf den Winter.

Heute Freitag liegt unser Land nach wie vor an der Westflanke eines riesigen Russlandhochs in einer schwachen Bisenströmung. Im Flachland und vielen Tälern hält sich hartnäckiger Hochnebel mit einer Obergrenze von 1000 bis 1200 Metern, darüber gibt es strahlenden Sonnenschein und einen oft wolkenlosen Himmel. In Höhen um 2000 Meter ist es mit 8 bis 9 Grad milder als unter dem Nebel, die Nullgradgrenze liegt auf 3200 Metern.

Im Laufe des Wochenendes verlagert sich das Zentrum des prägenden Hochs von Russland zunehmend nach Skandinavien. Unser Wetter bleibt damit zwar hochdruckbestimmt, die Veränderung beim grossräumigen Druckbild hat aber Einfluss auf das Verhalten des Hochnebels. Zum einen steigt seine Obergrenze leicht an, gleichzeitig wird er aber weniger kompakt und zäh – die Auflockerungschancen steigen also an. Vor allem in den nordöstlichen Landesteilen ist es morgen Nachmittag wahrscheinlich, dass man auch im Flachland noch ein paar Sonnenstrahlen erhaschen kann. Oberhalb von rund 1300 Metern ist es ganztags sonnig, allerdings nicht mehr so mild. Die Nullgradgrenze sinkt auf rund 2000 Meter. Auch in den tiefen Lagen sickert vom deutschen Alpenvorland her kühlere Luft bei uns ein. Dies hat vor allem Einfluss auf die Frühwerte, sie gehen im Vergleich zu heute 2 bis 3 Grad zurück. Durch den nicht mehr ganz so zähen Hochnebel ändert sich an den Tageshöchstwerten dagegen noch nicht allzu viel. Am Sonntag konzentrieren sich die Hochnebelschwaden vor allem entlang der Voralpen, im Mittelland zeigt sich zwischendurch die Sonne. Am Nordrand ist es sogar recht sonnig. Dabei kühlt es aber weiter ab. Der Tag beginnt schon verbreitet mit leichtem Frost, am Nachmittag werden – je nach Verteilung von Hochnebel und Sonne – nur noch 4 bis 6 Grad erreicht.

Am Montag steuert das Hoch über Skandinavien von Nordosten her einen Kaltlufttropfen nach Mitteleuropa, es ist dies ein Bereich sehr kalter Luft in grösserer Höhe. Die genaue Zugbahn eines solchen Höhentiefs ist vergleichsweise schwer zu berechnen, hat aber grossen Einfluss auf das Wetter vor Ort. Schon kleine Abweichungen können grosse Unterschiede hervorrufen. Aus heutiger Sicht erwartet uns bis zur Wochenmitte viele hochnebelartige Wolken, mitunter können daraus ab und zu auch ein paar Flocken rieseln. Im Grossteil der Deutschschweiz werden die Mengen und Intensitäten aber kaum der Rede wert sein, meist bleibt es hier gänzlich trocken. In der Romandie ist die Niederschlagswahrscheinlichkeit etwas grösser. Ein sich verstärkendes Tief im Mittelmeerraum beschert der Alpensüdseite dagegen wiederholt Regen und Schnee, die Schneefallgrenze kann dabei zum Teil bis tiefe Lagen absinken – je nach Intensität und Talschaft. Ein genauer Fahrplan ist aber noch schwierig, die verschiedenen Computermodelle unterscheiden sich diesbezüglich zum Teil erheblich.

Bis Donnerstag verlagert sich das Höhentief nach Westeuropa, über der Biskaya bildet sich in der Folge ein sich stetig verstärkendes Tiefdrucksystem. Der Alpenraum gelangt an dessen Vorderseite zunehmend in den Bereich einer föhnigen Südwest- bis Südströmung, auf diesem Weg erreicht dann wieder mildere Luft unser Land. Dieser erneute Temperaturanstieg macht sich vor allem auf den Bergen und in manchen Föhntälern bemerkbar, im Flachland steigen die Werte wohl nur unwesentlich an. Aber auch bei dieser Entwicklung sind sich die Computermodelle uneinig, der Unsicherheitsbereich ist deshalb noch gross.

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