Die Kaltluft geht den Blüten an den Kragen! (4 April 2021)

Die Kaltluft geht den Blüten an den Kragen!

11:41 Geraldine Zollinger

Nach der vergangenen frühsommerlichen Woche haben sich die Temperaturen am Osterwochenende wieder den Durchschnittstemperaturen der aktuellen Jahreszeit angenähert. Der Temperaturrückgang ist allerdings noch nicht vorbei. Am Abend des Ostermontags erreicht die Schweiz ausgehend von einem Sturmtief über Nordskandinavien eine Kaltfront, welche der Schweiz vorübergehend nochmals ein Wintermäntelchen umlegt. So erwarten uns insbesondere am Dienstag und Mittwoch für die Jahreszeit deutlich zu tiefe Temperaturen und am Morgen teils mässigen Frost, welcher den Blüten der Obstbäume an den Kragen geht.

Durchschnittstemperaturen für das Osterwochenende

Wie MeteoNews in einer Mitteilung schreibt, waren die Temperaturen in der vergangenen Arbeitswoche für die Jahreszeit deutlich zu hoch. Durch ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln wurde bis zum Osterwochenende mit einer nördlichen Höhenströmung wieder kühlere Luft zum Alpenraum transportiert. Damit bewegen wir uns aktuell in einem Bereich, welcher eher den durchschnittlichen Höchsttemperaturen im April entsprechen. So werden am Ostersonntag im Flachland rund 13 bis 14 Grad erreicht, am Ostermontag liegen 13 bis 15 Grad drin. Allerdings stehen wir erneut vor einem markanten Temperaturrückgang.


Schneegestöber mit Ulli

Am Ostermontag ist es am Vormittag abgesehen von einigen hohen Wolken zunächst noch recht sonnig, im Laufe des Tages geraten wir jedoch zunehmend in den Einflussbereich des über Nordskandinavien gelegenen Sturmtiefs Ulli. Mit stark auffrischendem Südwest- bis Westwind nimmt die Bewölkung im Laufe des Tages somit zu, gegen Abend erreicht uns seine Kaltfront. Diese bringt am Abend und in der ersten Nachthälfte viele Wolken und Regenschauer mit sich, die Schneefallgrenze sinkt bis zum Dienstagmorgen bis in tiefe Lagen. So ist am Dienstagmorgen auch im Mittelland eine dünne Schneeschicht denkbar. Der Dienstagvormittag zeigt sich daraufhin zunächst freundlich, am Nachmittag bilden sich vermehrt Quellwolken, welche nochmals gelegentliche Schnee- oder Graupelschauer mit sich bringen. In der Nacht auf Mittwoch stauen sich dann die feuchten Luftmassen am Alpennordhang, sodass es insbesondere entlang der Berge nochmals eine Portion Neuschnee gibt. Der Mittwoch gestaltet sich dann ebenfalls wechselnd bewölkt, am Nachmittag nimmt das Schauerrisiko aber ab. Insgesamt sind bis Mittwochabend auf den Bergen Neuschneemengen von 30 bis 50 cm möglich. Diese gelegentlichen Schneefälle werden natürlich auch von niedrigen Temperaturen begleitet. Am Dienstag- und am Mittwochmorgen erwartet uns leichter bis teilweise mässiger Frost - im Flachland liegen die Temperaturen in der Früh zwischen -3 bis -1 Grad, tagsüber werden maximal 4 bis 5 Grad erreicht.


Kritische Tage für die Obstbäume

In der Nacht auf Donnerstag klart der Himmel zunehmend auf, das Schneegestöber hat ein Ende. Die Kälte weicht jedoch noch nicht. Durch die klare Nacht und die nachlassenden Winde sind auch am Donnerstagmorgen Temperaturen von -4 bis -2 Grad zu erwarten, lokal liegen sogar -5 Grad drin. Am Donnerstag ist es tagsüber dann meist sonnig und etwas milder mit 8 bis 10 Grad, aber auch am Freitag ist es am Morgen nochmals verbreitet leicht frostig. Diese harschen Temperaturen stellen eine grosse Gefahr für die Obstbäume dar. Gerade nach der vergangenen warmen Woche schmücken sich aktuell so einige Obstbäume mit geöffneten Blüten, wie beispielsweise die Pfirsich- und Birnenbäume im Garten von Meteorologe Roger Perret. Mit vier aufeinanderfolgenden frostigen Nächten wird es den Blüten allerdings an den Kragen gehen. Gerade bei Temperaturen ab -4 bis -3 Grad herrschen für die Obstbäume kritische Bedingungen, was sich unter anderem bei Kirsch-, Birnen- und Pfirsichbäumen in reduzierten Ernteerträgen zeigen könnte.

Bezeichnung
Aktuell zeigen sich die Blüten im Garten von Roger Perret noch in voller Pracht.

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