Hallo Herbst! (20. September 2021)

Hallo Herbst!

10.04 Hannes Tobler, Klaus Marquardt

Zwischen dem Azorenhoch und einem Hoch über Skandinavien ist gestern Sonntag Tief Sven ziemlich genau über die Alpen gezogen. Das vor allem in der Höhe gut ausgeprägte Tief hat nicht nur für viel Regen und in den Bergen Schnee gesorgt, auch bei den Temperaturen gab es einen ordentlichen Dämpfer.

Auf seiner Vorderseite hat Sven viel Feuchtigkeit vor allem zum Alpensüdhang geführt. Im Südtessin gab es schon im Laufe des Samstags erste Regengüsse, diese breiteten sich in der Nacht zum Sonntag weiter aus. Auch in der Romandie begann es von Frankreich her zu regnen. Im Tessin gab es gestern weitere intensive und gewittrig durchsetzte Niederschläge. Auch im Wallis, im Berner Oberland, der Gotthardregion sowie Teilen Graubündens kam einiges zusammen:

Bezeichnung


48 h Niederschlagsmenge bis heute Morgen 6 Uhr:

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 18. September 2021, 06:00 bis zum 20. September 2021, 06:00 (Dauer 2d 0h)
Messstationen Niederschlagsmenge (in mm)
Stabio (353 m ü.M., TI) 135
Coldrerio (347 m ü.M., TI) 112
Lugano (273 m ü.M., TI) 100
Torricella - Crana (1002 m ü.M., TI) 95
Monte Generoso (1608 m ü.M., TI) 94
Bellinzona (224 m ü.M., TI) 77
Locarno-Monti (367 m ü.M., TI) 70
Cimetta (1672 m ü.M., TI) 70
Grono (325 m ü.M., GR) 68
Locarno-Magadino (203 m ü.M., TI) 65
Biasca (307 m ü.M., TI) 61
Robiei (1898 m ü.M., TI) 60
Brienz (566 m ü.M., BE) 57
Fieschertal (1175 m ü.M., VS) 55
Brienz-Hofstetten (578 m ü.M., BE) 55
Binn (1400 m ü.M., VS) 54
Simplon Dorf (1465 m ü.M., VS) 54
San Bernardino (1639 m ü.M., GR) 53
Mosogno (771 m ü.M., TI) 52
Cevio (416 m ü.M., TI) 52
Lauterbrunnen (815 m ü.M., BE) 50
Ulrichen (1345 m ü.M., VS) 49
Gütsch (2287 m ü.M., UR) 49
Comprovasco (575 m ü.M., TI) 49
Andermatt (1442 m ü.M., UR) 48
Göscheneralp (1745 m ü.M., UR) 47
Interlaken (580 m ü.M., BE) 46
Grimsel (1980 m ü.M., BE) 46
Bristen (784 m ü.M., UR) 45
Bosco/Gurin (1486 m ü.M., TI) 45
Stöckalp (1070 m ü.M., OW) 44
Guttannen (1055 m ü.M., BE) 44
Piotta (1007 m ü.M., TI) 44
Comologno (1023 m ü.M., TI) 44
Faido (747 m ü.M., TI) 43
Brig (665 m ü.M., VS) 42
Meiringen (589 m ü.M., BE) 41
Zuchwil (433 m ü.M., SO) 41
Göschenen (950 m ü.M., UR) 41
Zervreila (1738 m ü.M., GR) 40

Neben den grossen Regenmengen war in den Bergen auch der Schnee ein Thema! Besonders am Gotthard kam es deswegen auch zu längeren Staus, da viele Autofahrer mit nicht angepasster Ausrüstung unterwegs waren. Zum ersten Mal diesen Herbst hat es teilweise deutlich unter 2000 Meter geschneit. Die Schneefallgrenze wies allerdings grosse regionale Unterschiede auf. Während es in Graubünden, wo die kühlere Luft später ankam, auf 2000 Meter bis am Abend nur nasse Flocken gab oder sogar noch regnete, schneite es im Obergoms bereits am frühen Nachmittag bis ins Tal auf 1300 Meter hinunter.

Bezeichnung
Verschneites Obergoms am Sonntag, 19. September


Dafür verantwortlich war die Niederschlagsabkühlung. Dabei wird die Luft im Tal durch die anhaltend hohen Niederschlagsintensitäten gekühlt, die Schneefallgrenze frisst sich quasi nach unten. In engeren Tälern ist das Luftvolumen geringer, dieser Effekt kommt hier besonders zu tragen.

Zu dieser Jahreszeit ist ein solcher Wintereinbruch in den Bergen nicht aussergewöhnlich. Der gestrige Wintergruss war dann auch nicht so stark, wie letztes Jahr um diese Zeit – damals gab es beispielsweise in Davos auf 1600 Metern ganze 26 cm Neuschnee!

Ausblick

Heute füllt sich Tief Sven mehr und mehr auf, der Luftdruck steigt stetig an. Noch hält sich im Alpenraum aber reichlich Restfeuchtigkeit. In der Folge dominieren im Norden lange Zeit die Wolken, auch ein paar Regenschauer sind noch mit dabei. Am Nachmittag gibt es von Norden her vermehrt Auflockerungen, die Temperaturen bleiben trotzdem noch ziemlich verhalten. Das Tessin zeigt sich wetterbegünstigt. Die Sonne teilt sich den Himmel mit teilweise ausgedehnten hohen und mittelhohen Wolkenfeldern, in den Tälern ist es föhnig. Mit 20 bis 21 Grad ist es hier auch deutlich wärmer als im Norden.

Bis morgen Dienstag dehnt sich das Azorenhoch weiter nach Mitteleuropa aus, die Luft im Alpenraum wird von oben her abgetrocknet. Unterhalb von 1500 bis 2000 Metern halten sich noch hochnebelartige Wolken, welche sich tagsüber in flache Quellbewölkung umwandelt. Im Flachland bekommt die Sonne dadurch immer mehr Platz, entlang der Voralpen tut sie sich tendenziell schwerer. Bei leichter Bise werden zwischen 16 und 19 Grad erreicht. In den Hochalpen gibt es neben dem Neuschnee bereits viel Sonnenschein und blauen Himmel.

Am Mittwochvormittag halten sich vor allem entlang der Voralpen und in manchen Tälern Hochnebelfelder mit einer Obergrenze zwischen 1100 und 1300 Metern, sie lichten sich am Nachmittag zum grössten Teil. Sonst ist es sonnig mit durchziehenden Schleierwolken. In den tiefen Lagen ändert sich am Temperaturniveau noch nicht allzu viel, in der Höhe wird es dagegen markant milder! Die Nullgradgrenze steigt bis zum Abend von Westen her auf 3700 bis 4000 Meter an.

Auch in der zweiten Wochenhälfte bleibt unser Wetter hochdruckbestimmt, abgesehen von Nebelfeldern ist die Luft im Alpenraum trocken und warm. Die Bise stellt ab, der Wind dreht auf Südwest bis West. Bis inklusive Samstag hat die Sonne das Sagen. Zudem wird es in der jeweils zweiten Tageshälfte wieder merklich wärmer, die Höchstwerte liegen zwischen 20 und 23 Grad. Auf den Bergen ist es mild, die Nullgradgrenze liegt zwischen 3900 und 4200 Metern. Vor allem in sonnigen Lagen geht es so dem Schnee wieder an den Kragen. Gute Verhältnisse für Bergtouren oder auch ausgedehnte Hüttenwanderungen stellen sich ein!

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