Nahende Wetterumstellung – ein Update (22. Juli 2021)

Nahende Wetterumstellung – ein Update

11.03 Klaus Marquardt

Aktuell macht sich Hoch Dana für unser Wetter stark, auch morgen Freitag sorgt ein Hochdruckrücken noch einmal für einen hochsommerlichen Wettercharakter. Aus Westen nähert sich allerdings bereits ein Tief, am Wochenende schaufelt es schwülwarme Gewitterluft zu uns.

Die Druckgegensätze über Mitteleuropa sind gering, die Luft auf der Alpennordseite ist aber relativ trocken. In der Folge dürfen wir uns heute Donnerstag wieder über schönes Sommerwetter mit viel Sonnenschein freuen. Auf der Alpensüdseite ist die Luft feuchter, hier gewittert es bereits. Auch in Graubünden sind gelegentliche Schauer mit dabei.

Morgen Freitag baut sich Hoch Dana am Boden zusehends ab, in den oberen Luftschichten liegt allerdings ein Hochdruckrücken. Er stabilisiert die Atmosphäre, das Schauerrisiko nimmt auch im Süden deutlich ab. Davon abgesehen dominiert ein weiteres mal die Sonne, auch die Temperaturen steigen auf hochsommerliche 28 bis 30 Grad. Die sich über den Bergen bildenden Quellwolken bleiben mehrheitlich harmlos, dazu kommen im Laufe des Tages von Westen her vermehrt hohe Wolkenschleier.

In der Nacht zum Samstag verlagert sich der Hochdruckrücken weiter nach Osten, auf seiner Rückseite dreht die Strömung zunehmend auf Südwest. Auf diesem Weg gelangt im Laufe des Samstags zwar weiterhin sehr warme, aber allmählich auch feuchtere und labil geschichtete Luft zu uns in den Alpenraum. In der Zentral- und Ostschweiz zeigt sich der Samstagvormittag bei einer Mixtur aus Sonne und durchziehenden Wolkenfeldern freundlich, in den Alpen wird es vorübergehend leicht föhnig. Nach Westen zu gibt es tendenziell bereits mehr Wolken, dem Jura entlang sind schon am Vormittag erste Schauer denkbar. Auf der Alpensüdseite sind die Wolken generell zahlreicher, hier bilden sich schon früh erste Schauer- und Gewitterzellen. Am Nachmittag wachsen die Haufenwolken auch im Norden immer weiter in den Himmel, in weiterer Folge entstehen entlang der Voralpen und im Jura zunehmend Regengüsse und Gewitter. Die Gewittertätigkeit nimmt am frühen Abend weiter an Fahrt auf, auch das Flachland wird erfasst. Das Potential für kräftige Gewitter ist vorhanden, allerdings ist eine ortsgenaue Prognose ein Ding der Unmöglichkeit! Die Entwicklung ist sehr dynamisch und nicht bis ins letzte Detail vorhersagbar, die Gewitterzellen beeinflussen sich gegenseitig. Eine konkrete Warnung vor eingelagerten Hagelzügen ist beispielsweise nur kurzfristig möglich. Die Gewitter verlagern sich von Südwesten her in Richtung Nordost und können sich in mehreren Staffeln bis weit in die Nacht hinein ziehen.

Bezeichnung

Der Sonntag bleibt veränderlich mit einem Wechsel aus längeren trockenen Phasen und weiteren durchziehenden Regengüssen oder Gewittern, zwischen den Wolken ist auch mal Platz für die Sonne. Es bleibt schwülwarm.

Am Montag und Dienstag ziehen von Südwesten her mit Unterbrechungen immer neue Staffeln mit gewittrig durchsetzten Niederschlägen herein. Erst um oder kurz nach der Wochenmitte (je nach Modell) sorgt ein Zwischenhoch für eine Beruhigung.

Für die Entwicklung an der Hochwasserfront ist dies natürlich stark kontraproduktiv. Zwar erwartet uns kein flächendeckender Dauerregen, aber doch immer wieder Regengüsse mit hohen Intensitäten. Diese Niederschläge sind räumlich sehr inhomogen verteilt. Die Böden sind nach wie vor gut mit Wasser gesättigt, die Gefahr von Hangrutschungen und Vermurungen steigt so wieder an. Natürlich kommt auch wieder einiges an Wasser in den Abfluss, Bach- und Flusspegel steigen zuerst an. Die grösseren Seen reagieren langsamer, in Abhängigkeit der genauen Niederschlagsmengen muss wohl mit stagnierenden oder wieder steigenden Wasserständen gerechnet werden!

Wie bereits erwähnt, gibt es bei den verschiedenen Wettermodellen noch gewisse Unterschiede im Ablauf und der Ausprägung. Aus heutiger Sicht ergeben sich auf der Alpensüdseite bis zum Donnerstagmorgen 100 bis 150 mm Regen, Ausreisser bis gegen 200 mm sind möglich. Auf der Alpennordseite fallen zwischen 50 und 100 mm, der Schwerpunkt liegt dabei in einem Dreieck zwischen Berner Oberland, Zentralschweiz, Graubünden und dem Bodensee.

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