Der Föhn meldet sich zu Wort (20. Oktober 2020)

Der Föhn meldet sich zu Wort

7.59 Klaus Marquardt

Heute stellt sich über den Alpen eine föhnige Südwestströmung ein. Mit ihr erreicht uns sehr milde Luft, in den Föhntälern wird die 20-Grad-Marke locker geknackt. Mit im Gepäck ist auch etwas Saharastaub aus dem westlichen Nordafrika.

Statistisch gesehen gibt es im April und Mai die häufigsten Föhntage, der Oktober folgt dann an dritter Stelle. In diesem Herbst liess der laue Wind bislang lange Zeit auf sich warten, nun ist es aber wieder soweit. Über dem Atlantik dreht sich der Wolkenwirbel eines Sturmtiefs mit Zentrum bei Irland – es trägt den Namen Imka. Die Tiefdruckzone ist aber riesig und erstreckt sich von den Kanarischen Inseln bis zum Nordmeer.

Bezeichnung

Auf ihrer Vorderseite stellt sich nun über den Alpen eine föhnige Südwestströmung ein, die herangeführte Luft hat ihren Ursprung im westlichen Teil Nordafrikas. Diese Luft ist relativ trocken und sehr mild, zudem trägt sie auch etwas Saharastaub mit sich. Der Druckunterschied zwischen der Alpennord und -südseite nimmt im Laufe des heutigen Dienstags stetig zu, der Föhn bricht in der Folge in immer mehr der typischen Föhntäler durch und verstärkt sich bis zum Abend sukzessive. Die Temperaturen erreichen hier bereits 18 bis 21 Grad, die Nullgradgrenze steigt auf 3700 Meter. Im Urner Reusstal gibt es heute bereits Windspitzen von 70 bis 80 km/h. Dabei überziehen ausgedehnte hohe Wolken den Himmel, der ist somit nie wirklich blau und erscheint zum Teil etwas milchig. Nebelschwaden im Flachland lichten sich.

In der kommenden Nacht bläst der Föhn in den Tälern oft weiter und rüttelt ordentlich an den Fensterläden, es bleibt entsprechend mild. Morgen Mittwoch erreicht der Föhn dann seinen Höhepunkt, im Urner Reusstal sind Böen um 100 km/h möglich! Die Temperaturen steigen noch einmal weiter an, mit 22 bis 25 Grad wird es schon fast wieder spätsommerlich. Die Nullgradgrenze liegt in Höhen von 3800 bis 4000 Metern. Aber auch ohne Föhn wird es mild! Im Flachland liegt nur ganz lokal Nebel, diese Schwaden verschwinden rasch. Begleitet von einem Hauch Südwestwind werden morgen Nachmittag verbreitet 16 bis 19 Grad erreicht, in der Nordwestschweiz sind es sogar 20 bis 22 Grad. Ein starker Kontrast zu den vergangenen zum Teil doch sehr kühlen Oktobertagen. Dazu ist es freundlich mit einer Mischung aus Sonne und hohen Wolkenfeldern, es zeigen sich die für Föhn so typischen wellen- und linsenartigen Strukturen ("Föhnfische", cirro- und altocumulus lenticularis).

Am Donnerstag lässt der Föhn deutlich nach und zieht sich aus manchen Föhntälern bereits wieder zurück. Auch die Bewölkung nimmt zu, die Sonne zeigt sich nur noch zwischendurch – und dies am ehesten noch in der Zentral- und Ostschweiz. Dem Jura entlang sind bereits ein paar Tropfen möglich. Es bleibt mild mit Höchstwreten von 15 bis 17 Grad, im Rheintal werden noch einmal 20 bis 21 Grad erreicht. Auf der Alpensüdseite ist es stark bewölkt, es regnet aber nur ab und zu mit geringen Intensitäten. In der Nacht zum Freitag, spätestens aber am Freitagvormittag (ja nach Wettermodell) bricht der Föhn dann auch im Rheintal zusammen. Von Westen her breitet sich Regen aus, die Schneefallgrenze liegt dabei lange Zeit oberhalb von 2500 Metern. Die Temperaturen gehen nur leicht zurück.

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