Jahresrückblick 2016 (30. Dezember 2016)

Jahresrückblick 2016

17.20 Yves Karrer

Nach einer extrem nassen ersten Jahreshälfte folgte die langanhaltende Trockenheit. Dazu war es schweizweit zu mild.

Winter

Das Jahr 2016 startete aussergewöhnlich mild. Sowohl im Januar, als auch im Februar war es auf der Alpennordseite verbreitet mehr als 2 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Betrachtet man die gesamte Winterbilanz von 2015/2016 kommt man schweizweit sogar auf einen Überschuss von rund 2.5 Grad! - Nur im Rekordwinter 2006/2007 war es noch ein zehntel Grad milder. Gleichzeitig war es auf der Alpennordseite deutlich zu nass. So fiel teilweise beinahe das dreifache des üblichen Niederschlages.

Frühling

Der März glich den warmen Winter in der Jahresbilanz etwas aus: An den meisten Orten wurde ein Temperaturdefizit von 0.5 bis 1 Grad verzeichnet, dazu war es zu trocken. Der April war geprägt von sehr milden, föhnigen Phasen, aber auch sehr kalten Tagen in der zweiten Monatshälfte. Daraus resultierte eine dem langjährigen Mittel entsprechende Durchschnittstemperatur. Wie bereits zu Beginn des Jahres war es im April auf der Alpennordseite verbreitet zu nass. In Basel fiel beispielsweise mehr als doppelt so viel Regen wie normal. Der Mai war trotz einer längeren Föhnlage schweizweit kühler als üblich. Die Temperaturen lagen allerdings nur rund 0.5 Grad unter dem Durchschnitt von der Normperiode 1981 bis 2010. Wie bereits der April war auch der Mai deutlich zu nass. In Luzern fielen über 140 mm mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel.

Sommer

Auch nach dem nassen Frühling ging es mit ausserordentlich viel Regen weiter. Mit der Konsequenz, dass der viele Regen lokal zu Überschwemmungen führte. Das oft nasse und bewölkte Wetter spiegelt sich auch in den Sonnenstunden wieder. So konnte man in Zürich rund 60 Stunden weniger Sonne als im langjährigen Mittel geniessen! Die Temperaturen entsprachen im Juni etwa dem langjährigen Durchschnitt. Erst im Verlaufe des Julis konnte sich der Sommer durchsetzten. Schweizweit war es zu mild, an den meisten Messstationen wurde eine positive Temperaturabweichung von 0.5 bis 1 Grad gemessen. Die Niederschlagsmengen variierten bedingt durch gewittrige Lagen stark. Im August ging es mit meist hochsommerlichem Wetter weiter: Gemittelt war der Monat rund 1 Grad zu warm, und die Sonne zeigte sich zwischen 30 und 50 Stunden länger als im langjährigen Mittel. Dazu war es auf der Alpennordseite zu trocken. Lokal fiel sogar weniger als 50% des üblichen Niederschlages!

Herbst

Auch wenn mit dem September der meteorologische Herbst begonnen hat, ging es unverändert mit hochsommerlichem Wetter weiter. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert war der September zwischen 2 und 3 Grad zu warm. Somit konnte sich der Monat vielerorts sogar unter die Top 5 der wärmsten September einreihen! Regen war, wie bereits im August, eine seltene Angelegenheit. Auch die Sonne zeigte sich deutlich häufiger als normal. Im Oktober ging es mit der anhaltenden Trockenheit weiter, anders als im September gestaltete sich der Monat aber zu kühl und häufig bewölkt. Nach einem kurzzeitigen Wintereinbruch in der ersten Novemberhälfte stellte sich bald eine weitere, rekordverdächtig lange Föhnlage ein. So wichen die Novembertemperaturen besonders in den Föhntälern positiv vom langjährigen Mittel ab. Bezüglich Niederschlag verlief der November im Norden durchschnittlich, im Süden war es aufgrund von Stauniederschlägen deutlich zu nass.

Jahresende

Der Dezember war geprägt von stabilem Hochdruckwetter und häufigen Inversionen. Dementsprechend war es im Flachland zwischen 0.5 und 1.5 Grad zu kalt! In den Bergen durfte man ausserordentlich milde Dezembertage geniessen, und die Sonne zeigte sich örtlich häufiger als je zuvor! Vielerorts wurde während dem ganzen Monat kein Tropfen/Flocken Niederschlag registriert. Somit handelte es sich gebietsweise um den trockensten Dezember seit Messbeginn!

Jahresbilanz

Das Jahr 2016 war im Vergleich mit dem langjährigen Mittel deutlich zu warm. Die gemittelte Jahrestemperatur lag vielerorts zwischen 0.4 und 1.2 Grad über der Norm. In Zürich war es beispielsweise 0.7 Grad, in Lugano 1.0 Grad und in Sitten sogar 1.2 Grad wärmer als normal. (Stand 29.12.16) Das erste Halbjahr verlief auf der Alpennordseite so nass wie noch nie! Abgesehen vom Monat März fiel bis im Monat Juni durchgehend zu viel Niederschlag. Als wollte das Jahr 2016 den Überschuss an Niederschlag ausgleichen, folgte eine extrem trockene zweite Jahreshälfte. Regentechnisch resultiert mit den zwei sehr gegensätzlichen Jahreshälften ein eher durchschnittliches Jahr. So lagen die Niederschlagssummen verbreitet zwischen 90 und 110% des langjährigen Mittels.

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