Der Sommer 2015 war ein Hitzesommer, der Sommer 2003 bleibt aber der Jahrhundertsommer (1. September 2015)

Der Sommer 2015 war ein Hitzesommer, der Sommer 2003 bleibt aber der Jahrhundertsommer

4.16 Reto Vögeli

Der Sommer 2015 war aussergewöhnlich warm, sehr sonnig und viel zu trocken. Der Temperaturüberschuss beträgt gemittelt über die drei Sommermonate Juni, Juli und August 2 bis 2.5 Grad.

Wie MeteoNews in einer Zusammenfassung zum meteorologischen Sommer - der mit dem gestrigen 31. August endete - schreibt, deutete im Juni noch nicht viel auf einen neuen Hitzesommer hin. Der Monat war zwar auch schon zu warm, mit 1 bis 2 Grad war der Temperaturüberschuss aber noch eher bescheiden. Dann lief der Hochsommer aber zur Hochform auf, und es folgten im Juli gleich zwei Hitzewellen hintereinander. Am 7. Juli wurden in der Westschweiz an vielen Stationen sogar langjährige Hitzerekorde gebrochen. Am heissesten war es an diesem Tag mit 39.7 Grad in Genf. Diese Temperatur bliebt dann auch die höchste dieses Sommers und liegt nur wenig hinter dem Rekord von 41.5 Grad, der am 11. August 2003 in Grono registriert wurde. Der Juli war nach einer etwas weniger warmen Phase zum Monatsende schlussendlich trotzdem 3 bis 4 Grad wärmer als ein durchschnittlicher Juli, und zugleich der deutlich wärmste Monat dieses Sommers. Danach folgten im August weitere heisse Phasen mit einem Höhepunkt um den 7. August und einer letzten Hitzewelle zum Schluss des Monats. Gemittelt über die ganze Schweiz war der August schlussendlich rund 2 Grad zu warm.
Genau so aussergewöhnlich wie die Hitzewellen war in diesem Sommer auch das Niederschlagsdefizit und der Überschuss an Sonnenstunden. Wie oft im Sommer ergibt sich bei der Regenmenge allerdings wegen den konvektiven Niederschlägen, die auf kleinem Raum sehr unterschiedliche Regenmengen bringen können, kein einheitliches Bild.

Vergleich zwischen einem durchschnittlichen Sommer, dem Sommer 2015 und dem Jahrhundertsommer 2003
Zumindest im Mittelland war dieser Sommer insgesamt eher trockener, als jener aus dem Jahre 2003. Es gibt vor allem am Alpennordhang aber auch Orte, die nasser waren als vor 12 Jahren. Obwohl wir in diesem Sommer überdurchschnittlich viel Sonne geniessen konnten, war der Jahrhundertsommer 2003 klar sonniger. Die Frage, ob der diesjährige Sommer der heisseste seit Messbeginn war, ist berechtigt. Die Messlatte ist nach dem extrem heissen Sommer 2003 aber sehr hoch gelegt. MeteoNews hat die Anzahl Hitzetage und die Sommerdurchschnittstemperaturen verglichen. Die Auswertung lässt folgende abschliessende Aussage zu:

Fazit: Der Sommer 2015 war verglichen mit dem langjährigen Temperaturnormwerten sehr aussergewöhnlich, steht aber trotzdem im Schatten des Jahrhundertsommers aus dem Jahre 2003. Damals gab es an den meisten Orten nicht nur mehr Hitzetage, sondern insgesamt auch eine deutlich höhere Durchschnittstemperatur und mehr Sonnenstunden.





Vergleich Durchschnittstemperatur Sommer (Juni-August):

Ort 2015 2003 Normwert
Aarau 20.3° 22.2° 18.3°
Basel 21.0° 22.8° 18.7°
Bern 19.8° 21.1° 17.3°
Genf 21.6° 23.5° 19.1°
Lugano 23.1° 24.6° 21.1°
Luzern 20.6° 21.8° 18.1°
Sitten 21.8° 22.4° 19.1°
St. Gallen 18.7° 20.2° 16.3°
Säntis 7.8° 8.7° 5.3°
Vaduz 20.7° 21.7° 18.1°
Zürich-Flughafen 20.3° 21.7° 17.9°

Vergleich Hitzetage Sommer (Juni-August):

Ort 2015 2003 Normwert
Aarau 30 45 12
Basel 28 41 11
Bern 26 32 6
Genf 34 51 15
Lugano 27 47 8
Luzern 26 26 7
Sitten 44 43 16
St. Gallen 5 10 1
Säntis 0 0 0
Vaduz 26 27 7
Zürich-Flughafen 29 35 9


Vergleich Sonnenstunden Sommer (Juni-August):

Ort 2015 2003 Normwert
Aarau 737 828 612
Basel 762 822 630
Bern 812 865 658
Genf 825 893 735
Lugano 788 854 718
Luzern 686 802 559
Sitten 831 882 758
St. Gallen 758 784 602
Säntis 616 646 500
Vaduz 656 721 541
Zürich-Flughafen 788 854 642


Vergleich Regenmenge in Liter pro Quadratmeter Sommer (Juni-August):

Ort 2015 2003 Normwert
Aarau 153 187 332
Basel 191 146 257
Bern 193 223 333
Genf 137 209 253
Lugano 259 418 476
Luzern 356 325 451
Sitten 128 181 169
St. Gallen 414 297 489
Säntis 516 490 -
Vaduz 261 306 395
Zürich-Flughafen 175 260 333

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