Jahresrückblick 2014 – Ein Spitzenreiter der Wetterrekorde (31. Dezember 2014)

Jahresrückblick 2014 – Ein Spitzenreiter der Wetterrekorde

16.53 Géraldine Schnyder

Zu warm, im Süden immer wieder zu nass und besonders im Sommer ungewohnt trüb – so lässt sich das Jahr wettertechnisch kurz beschreiben. Mit der überdurchschnittlichen Wärme geht das Jahr 2014 allerdings als das Wärmste seit Messbeginn in die Geschichtsbücher ein!

Auf den ersten Blick zeigen die Durchschnittswerte für das Jahr 2014 lediglich, dass es im Vergleich mit den langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 überall ein Grad zu warm war. Damit positioniert sich das Jahr direkt vor 2011 auf Platz Eins der wärmsten Jahre seit Messbegin. Regenmässig und im Bezug zur Anzahl Sonnenstunden wich das Jahr nicht gross vom Mittel ab. Spannend wird es aber vor allem auf den zweiten Blick, wenn man die Monate im Einzelnen betrachtet. Wie MeteoNews mitteilt, wurden über das ganze Jahr verteilt etliche Rekorde getoppt.

Nachfolgend wird das vergangene Jahr mit Fokus auf die Temperaturen, Niederschläge und Sonnenstunden während den vier Jahreszeiten analysiert und mit entsprechenden Beispielen illustriert.

Ende Winter 2013/2014 (Januar-Februar)

Zu Beginn des Jahres stellten sich etliche Südlagen ein, wodurch viel Feuchtigkeit an die südlichen Alpen gestaut wurde. In Lugano wurde dadurch im Januar doppelt, im Februar gar dreifach so viel Niederschlag wie in einem durchschnittlichen Monat verzeichnet. In höheren Lagen, ab rund 1000 Metern, zeigte sich die Landschaft anhaltend schneebedeckt. Während der Süden Schnee im Übermass besass, gab es im Norden äussert wenig davon. Vielen Skigebieten wurde so das Geschäft erheblich erschwert. In den Alpentälern stürmte es im Februar mit Föhn fast an jedem zweiten Tag, was dort die Temperaturen in die Höhe trieb. Auch im Flachland waren die beiden Monate verbreitet 1 bis 2 Grad zu warm und etwas zu trocken.

Frühling 2014 (März-Mai)

Im März bestimmte das kräftige Hoch «Ingo» das Wetter in der Schweiz. Im Norden stellte sich dabei häufig sehr sonniges und erneut mildes Wetter ein. Im Süden machte man dank «Ingo» einen kurzen Exkurs in den Sommer. Mittels Nordföhn wurden dort am 16. und 17. März beinahe hochsommerliche Werte um 27 Grad verzeichnet. Sonst verlief der Frühling durchschnittlich.

Sommer 2014 (Juni-August)

Im Juni kam die Schweiz kurz ins Schwitzen, denn an Pfingsten trieb eine kleine Hitzewelle die Temperaturen in die Höhe. In Basel wurden über 30 Grad, in Chur gar 33 Grad erreicht. Dabei wurden auch verbreitet mehr Sonnenstunden wie in einem durchschnittlichen Juni verzeichnet. Die ersten Hitzetage waren aber auch zugleich die Letzten des Sommers 2014. Danach musste man mit einem viel zu trüben, zu nassen und zu kühlen Juli vorlieb nehmen. Sonnentechnisch fehlten bis zu 40% der durchschnittlichen Anzahl Sonnenstunden. Der Juli machte aber vor allem mit den immensen Niederschlagsmengen Schlagzeilen. An einigen Stationen wurde soviel Regen gemessen, wie seit 150 Jahren nicht mehr. Der August konnte den ausgebliebenen Sommer auch nicht mehr kompensieren. Es ging zu trüb und zu kühl.

Herbst 2014 (September-November)

Erst Hoch Kieron erlaubte im September spätsommerliche Gefühle. Während man im Westen der Schweiz viel Sonnenschein geniessen konnte, bekam man im Osten allerdings etwas weniger, jedoch immer noch leicht überdurchschnittlich viel Sonne ab. Die dazu überaus milden Temperaturen stellten zwar keine neuen Rekorde auf, reihten sich aber trotzdem in die Top 10 der höchsten Werte seit Messbeginn. Im Oktober ging es ähnlich mild weiter. Mit verbreitet 2 bis gar 4 Grad Überschuss in der Süd- und Westschweiz befindet sich jener in den Top 4 der wärmsten Oktober. Niederschlagsmenge und Anzahl Sonnenstunden befanden sich relativ nahe bei der Norm. Besonders der November schrieb dann nicht nur bezüglich zu milden Temperaturen Rekorde, sondern in erster Linie wegen den übermässigen Niederschlagsmengen im Süden. Auf Grund einer anhaltenden Südstaulage fiel in den ersten zwei Novemberwochen im Süden so viel Niederschlag, wie an anderen Orten normalerweise in einem ganzen Jahr verzeichnet wird.

Beginn Winter 2014/2015 (Dezember)

Der Dezember startete wie bereits das ganze Jahr 2014 zu mild, zu trüb und zu trocken. Der Flughafen Zürich Beispielsweise hatte anfangs Monat für über eine Woche keinen einzigen Sonnenstrahl mehr gesehen. Auch der Schnee liess lange auf sich warten. Erst kurz nach Weihnachten schneite es bis ins Flachland. Im östlichen Flachland gab es so viel Schnee wie noch nie in einem Dezember, so dass sogar lokale Skilifte für kurze Zeit mehr Besucher anlocken konnten wie bekannte Bergregionen. Ausserordentlich war auch der überaus kalte Morgen am 29.12, welche die Schweiz nach einer klaren Nacht schlottern liess. Das Thermometer sank verbreitet unter die -10 Grad Marke. Am kältesten war es in La Brévine mit -29.6 Grad! Dieser Kälteeinbruch konnte allerdings am hohen Temperaturmittel 2014 nichts mehr ändern.

Ort Temperaturabweichung Niederschlagsabweichung Abweichung der Sonnenscheindauer
°C % %
Basel-Binningen 1.40 27 61
Bern 1.30 -25 135
Chur 1.60 -54 -101
Genf 1.30 0 29
Engelberg 1.50 97 -33
Lugano 1.10 871 -198
Luzern 1.30 204 115
Säntis 1.20 -457 -226
Sitten 1.70 -73 -75
Sankt Gallen 1.40 29 74
Zürich Flughafen 1.30 -161 100

Klimatisches Mittel von 1981 bis 2010, Quelle: MeteoSchweiz
Temperatur Niederschlag Sonnenscheindauer
2014 Mittel Abweichung 2014 Mittel Abweichung 2014 Mittel Abweichung
[°C] [°C] [°C] [mm] [mm] [%] [h] [h] [%]
Basel-Binningen 11.9 10.5 1.40 868.6 842 27 1698 1637 61
Bern 10.1 8.8 1.30 1033.9 1059 -25 1817 1682 135
Chur 11.3 9.7 1.60 794.6 849 -54 1591 1692 -101
Genf 11.8 10.5 1.30 1005.3 1005 0 1857 1828 29
Engelberg 7.8 6.3 1.50 1656.2 1559 97 1317 1350 -33
Lugano 13.5 12.4 1.10 2492.6 1559 871 1871 2069 -198
Luzern 10.9 9.6 1.30 1418.2 1214 204 1538 1423 115
Säntis 0 -1.2 1.20 2380.1 2837 -457 1583 1809 -226
Sitten 11.8 10.1 1.70 529.7 603 -73 2018 2093 -75
Sankt Gallen 9.7 8.3 1.40 1343.5 1315 29 1609 1535 74
Zürich Flughafen 10.7 9.4 1.30 887.3 1048 -161 1666 1566 100

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