Sintflutartige Niederschläge im Süden, im Norden Schnee bis in tiefe Lagen (6. November 2014)

Sintflutartige Niederschläge im Süden, im Norden Schnee bis in tiefe Lagen

11.19 Klaus Marquardt

Dem Föhnsturm folgte gestern und in der vergangen Nacht in den Alpen ein Wintereinbruch bis in tiefe Lage, im Süden stauen sich seit Montag die Regenwolken - das Resultat sind gewaltige Niederschlagsmengen

Eine turbulente, und wie sich herausstellt, leider auch tragische Wetterwoche! Am Montag und Dienstag tobte in den Alpen noch ein veritabler Föhnsturm, dazu gab es in den entsprechenden Tälern noch Temperaturen um 20 Grad. 36 Stunden später zeigt sich ein ganz anderes Bild, in vielen Tälern der Alpennordseite liegt Schnee. Durch den kräftigen Regen und die daraus resultierende Niederschlagsabkühlung sank die Schneefallgrenze am Mittwochabend allmählich bis in tiefe Lagen, während der Nacht schneite es weiter. In der Folge gab es heute Morgen für viele ein winterliches Erwachen, Verkehrsprobleme inklusive. Die Schneemengen variieren stark, aktuell liegen in den tiefen Tallagen zwischen 1 und 10 Zentimeter Schnee. Am meisten fiel im Urner-, Glarner- und Sarganserland, sowie im Churer Rheintal. Auf den Bergen kam es zu einem erheblichen Neuschneezuwachs, aktuell liegen zwischen dem Südwallis, in der Gotthardregion und weiten Teilen Graubündens zwischen einem und zwei Meter Schnee. Durch den lange Zeit kräftigen Wind kam es zu erheblichen Verfrachtungen und grossen Triebschneeablagerungen. Die Lawinenstituation ist akut!

Im Stau der Alpensüdseite schüttete es auch gestern wie aus Kübeln, zur Stunde bilanzieren wir Spitzenwerte von 274 Liter Regen pro Quadratmeter. Heute Vormittag regnet es weiter, hauptbetroffen ist nun vor allem das Sottoceneri. Die Gefahr von Erdrutschen und Vermurungen bleibt gross. Am Nachmittag lassen die Niederschläge nach, in Summe kommen wir aber wohl in die Nähe der 300-Liter-Marke!



Niederschlagskarte.jpg


Niederschlagsmenge (Stand 09:00)

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 3. November 2014 bis zum 6. November 2014, 09:00
Messstationen Niederschlagsmenge (in mm)
Locarno-Monti (367 m ü.M.) 274
Cevio (416 m ü.M.) 266
Locarno-Magadino (203 m ü.M.) 264
Robiei (1898 m ü.M.) 248
Piotta (1007 m ü.M.) 233
Comprovasco (575 m ü.M.) 217
San Bernardino (1639 m ü.M.) 209
Monte Generoso (1608 m ü.M.) 200
Binn (1400 m ü.M.) 200
Grosser St. Bernhard (2472 m ü.M.) 195
Corvatsch (3315 m ü.M.) 188
Villa Luganese (603 m ü.M.) 183
Andermatt (1442 m ü.M.) 182
Lugano (273 m ü.M.) 182
Stabio (353 m ü.M.) 177
Vicosoprano (1089 m ü.M.) 175
Ulrichen (1345 m ü.M.) 171
Berninapass (2328 m ü.M.) 160
Andeer (987 m ü.M.) 159
Cimetta (1672 m ü.M.) 159
Grono (325 m ü.M.) 150
Gütsch (2287 m ü.M.) 145
Sils im Engadin (1803 m ü.M.) 134
Disentis (1190 m ü.M.) 124
Robbia (1078 m ü.M.) 115
Rosswald (1800 m ü.M.) 114
Ilanz (774 m ü.M.) 106
Elm (958 m ü.M.) 103
Alpe Bardughè (1638 m ü.M.) 102
Fiesch (1030 m ü.M.) 101
Piz Martegnas (2670 m ü.M.) 96
Grindelwald (1078 m ü.M.) 92
Blatten (Lötschen) (1538 m ü.M.) 89
Schattdorf (466 m ü.M.) 87
Disentis (1149 m ü.M.) 86
Titlis (3040 m ü.M.) 85
Samedan (1705 m ü.M.) 85
Sedrun (1420 m ü.M.) 81
Belalp (2094 m ü.M.) 79
Altdorf (449 m ü.M.) 76
Engelberg (1035 m ü.M.) 74
Grimsel (1980 m ü.M.) 74
Buffalora / Ofenpass (1970 m ü.M.) 74
Visperterminen Giw (2000 m ü.M.) 69
Glarus (515 m ü.M.) 68
Chur (555 m ü.M.) 68
Visp (640 m ü.M.) 60
Valbella (1560 m ü.M.) 59
Giswil (475 m ü.M.) 58
Einsiedeln (910 m ü.M.) 55
Bad Ragaz (496 m ü.M.) 54
Wädenswil (463 m ü.M.) 54
Sattel (790 m ü.M.) 54
Brienz (578 m ü.M.) 53
Langnau im Emmental (745 m ü.M.) 52
Interlaken (580 m ü.M.) 51
Napf (1406 m ü.M.) 50

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